Wir lieben Turbolader heutzutage, weil sie mehr Leistung, mehr Drehmoment und mehr Klang in unsere Autos bringen. Tatsächlich waren sie vor ungefähr einhundert Jahren aber dafür konzipiert, die Effektivität von Verbrennungsmotoren zu erhöhen. Heute informieren wir euch über die Geschichte des Turboladers und sagen Danke zu Alfred Büchi – dem offiziellen Erfinder.

Der Beginn des Ladedrucks

Eigentlich ging es mit unserer heißgeliebten Turboschnecke schon im Jahre 1885 los, als Herr Daimler und Herr Diesel (nicht zusammen) versuchten, die Kompression – also den Luftdruck – im Motor zu erhöhen. Das Ganze sollte mehr Leistung und einen geringeren Verbrauch zur Folge haben, durch den sich die Otto- und Dieselmotoren besser rechtfertigen ließen.
Das Patent zur “Erhöhung des Kraftstoff-Luft-Gemisch-Durchsatzes” wurde letztlich im Jahre 1905 von dem Schweizer Alfred Büchi eingereicht. Er hatte sich das Ganze genau so vorgestellt, wie es auch heutzutage funktioniert: Die Strömung der Abgase wird genutzt, um wiederum frische Luft in die Brennkrammern zu bekommen. Das Ganze unter möglichst hohem Druck, damit bei der Verbrennung des Benzins oder des Dieselkraftstoffs auch ja genug Luft zur Verfügung steht.
Fünf Jahre später wurde der Turbolader das erste Mal verbaut – in einem Flugzeugmotor. Vor allem hier konnte das Prinzip überzeugen, da die Dichte der Luft in großen Höhen abnimmt und dies durch eine verstärkte Kompression ausgeglichen werden konnte.

Verschiedene Einsatzzwecke

Nachdem der Turbolader immer ausgereifter wurde, fand er erst seinen Weg in große Lkws und Landmaschinen, um danach auch in einem Auto Platz zu finden. 1973 begann die Serienreife für “moderne” Dieselmotoren. Ebenso fand auch die Formel 1 Gefallen an dem Abgasturbolader, da eine bis dato nie dagewesene Leistungssteigerung möglich war.
In Serie versuchte es BMW mit dem 2002 Turbo. Der konnte allerdings nicht wirklich überzeugen, da der Motor sehr unzuverlässig war und einen enormen Verbrauch aufwies. Es dauerte tatsächlich noch ein paar Jahre, bis der Turbolader seinen Weg in den Benzinmotor fand.

Heutzutage können sich vor allem die Tuner nicht mehr vorstellen, was wohl ohne Turbolader wäre. Das pfeifende Modul im Motorraum hat viele Fans gewonnen und dient zur Steigerung von Leistung Effizienz. Durch den Turbolader ist es möglich geworden, die Motoren bei gleicher Kraft kleiner zu gestalten. Es wird weniger verbraucht und die Emissionen sinken. Außerdem schafft man viel bessere Zeiten auf der Viertelmeile.