Manchmal beginnt das Rennen gegen die Zeit schon vor der eigentlichen Veranstaltung. Und zwar genau dann, wenn das eigene Auto noch nicht fertig ist, der Termin für das Tuningtreffen jedoch immer näher rückt. Schließlich muss derjenige, der keine Bußgelder riskieren will, neue oder veränderte Teile vom TÜV eintragen lassen. Ansonsten gibt es saftige Strafen für das Fahren ohne Zulassung. Und da es bei den Treffen bekanntlich auch eine nicht geringe Menge an Polizeikontrollen gibt, ist das Risiko entsprechend hoch.

Keine Zulassung, kein Anhänger – was tun?

Wir haben uns auf die Suche nach einer Lösung gemacht, was man im Falle der Fälle machen kann. Wer weder die TÜV-Abnahme, noch das Arrangieren eines Trailers schafft, hat eine letzte Möglichkeit für den Transfer des eigenen Autos zum Tuningtreffen: Das Kurzzeitkennzeichen. Das ist ein für Privatpersonen geschaffenes Kennzeichen und entspricht in seinem Sinn dem roten Kennzeichen für Autohändler.

Das Kurzzeitkennzeichen unterliegt der Fahrzeugzulassungsverordnung und wird über den § 16 „Prüfungsfahrten, Probefahrten, Überführungsfahrten“ definiert. Dort heißt es, dass Fahrzeuge, wenn sie nicht zugelassen sind, auch ohne eine nationale, eine EG-Typgenehmigung oder eine Einzelgenehmigung zu Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrten in Betrieb gesetzt werden, wenn sie ein Kurzzeitkennzeichen führen. (Quelle)

Das bedeutet: Das Kurzzeitkennzeichen  kann dann eingesetzt werden, wenn das normale Kfz-Kennzeichen keine Alternative ist. Die einzige Voraussetzung ist im Prinzip, dass das Fahrzeug nicht schon zugelassen ist sowie dass es verkehrssicher ist. Abenteuerliche Versuche sollten also unterlassen werden.

Grundvoraussetzung: Die Kurzzeitkennzeichen Versicherung

Wer auf ein Kurzzeitkennzeichen zurückgreift, muss sich im Vorfeld um eine sogenannte Kurzzeitkennzeichen Versicherung (kurz: eVB) bemühen. Dabei handelt es sich um eine reine Haftpflichtversicherung, die in der Regel nicht um einen Kaskoschutz erweitert werden kann. Die Devise lautet also: Vorsichtig fahren.

Da es sich bei den Verwendungszwecken des Kennzeichens ausschließlich um kurze Unternehmungen handelt, beträgt die maximale Laufzeit der Nummernschilder 5 Tage. Wie lange sie letztendlich gültig sind, ist auf dem Nummernschild selbst vermerkt. An der rechten Seite ist ein gelber Rand mit drei Zahlen, die untereinander aufgelistet sind. An oberster Stelle steht der Tag des Ablaufdatums – darunter folgen Monat und Jahr. Das Kennzeichen ist jeweils bis 23:59 Uhr des vermerkten Tages gültig. Danach darf das Fahrzeug nicht mehr mit dem Kennzeichen bewegt oder auf öffentlichen Plätzen abgestellt werden.

Wer die Nummernschilder schnell benötigt, findet im Internet die Möglichkeit, Kurzzeitkennzeichen online zu versichern.  Die von uns gefundenen Versicherer boten dabei sogar die Möglichkeit, eine variable Laufzeit zu wählen. Wer möchte, kann zwischen einer Laufzeit von 3 bis 5 Tagen wählen.

Fazit

Das Kurzzeitkennzeichen ist eine ideale Möglichkeit, auch als Privatperson kurzfristige Zulassungen zu erhalten. Man sollte dabei lediglich bedenken, dass es nur für ein einziges (nach der Zulassung frei wählbares) Fahrzeug benutzbar ist. Viel Spaß!