Vor gar nicht allzulanger Zeit gab’s die Zwangsbeatmung via Turbolader nur bei
Rennwagen, Tuning-Spezialisten und – natürlich – den guten alten Selbstzündern.
Heutzutage schleicht sich der pfeifende Teufel jedoch in immer mehr Motoren. Meist im
Zuge des Downsizings.

Kleiner Motor, großer Effekt

Wer behauptet, nur Hubraum mache ein Auto schnell, der bekommt heutzutage viele Gegenargumente zu spüren. Viele Automobilhersteller springen und sprangen auf den Turbo-Zug auf, der mit einer ganz einfachen Formel fährt: Mache den Motor kleiner und gib ihm mehr Luft. Viel mehr Luft. Das Ganze wird dann Downsizing genannt und hat den Vorteil, dass der Hubraum bei gleicher Leistung kleiner ausfallen kann. Das bedeutet wiederum, dass auch eine Gewichtsoptimierung stattfindet und dass der Schadstoffausstoß der Ottomotoren deutlich reduziert wird. Nicht zuletzt wird auch der Verbrauch der Turbomotoren reduziert. Das beste Beispiel für die Verkleinerung der Ottomotoren ist wohl der VW Golf R32, der sich in seiner neuesten Version nur noch Golf R nennt. Das beruht auf der Tatsache, dass sein Hubraum von 3,2 Litern auf 2 Liter verkleinert wurde – für die nötige Power sorgt nun ein Turbolader. Volkswagen war übrigens eine der ersten Marken, die sich zur serienreifen Turboaufladung entschlossen. Gab es diese jüngst nur bei sportlichen Modellen oder dem 1.8T, so wird heutzutage jeder TSI-Motor (Twincharged Stratified Injection) mit einem Turbolader (und einem Kompressor) ausgestattet.

Turbolader bei den Sportlern

Zwar kommen heutzutage auch noch Hubraumriesen auf den Markt. Diese können jedoch sowohl in puncto Leistung als auch hinsichtlich ihrer Verbrauchswerte nicht mehr überzeugen. So verbraucht der aktuelle Audi RS 5 (ohne Zwangsbeatmung) beispielsweise im Durchschnitt 14 Liter auf 100 Kilometer und sieht auf der Autobahn relativ alt aus. Das Drehmoment kommt einzig und alleine aus der Drehzahl, die erst bei 8.000 U/min elektronisch begrenzt wird. Deshalb ist auch hier abzusehen, dass die letzten großen Motoren durch kleinere Varianten mit Gebläse ersetzt werden. Neben der Gewichtseinsparung ist es letztlich auch das Drehmoment, das größer und vor allem schneller abrufbar ist. Saugmotoren sind da chancenlos.